Freitag, 16. April 2010

Von Darwin nach Perth und ab in den Suedwesten :)

Halli Hallo!

Sooo... Ich bin mittlerweile in Denmark, einem kleinen Dorf im Suedwesten Australiens und ich wollt euch mal erzaehlen, wie ich hier gelandet bin :)

Letzte Woche Donnerstag sind wir von Darwin weiter nach Perth geflogen, worueber ich auch ehrlich gesagt sehr gluecklich war. Darwin war zwar ganz cool und wir hatten nette Leute auf dem Zimmer, aber es war einfach viel zu heiss da oben und mein Ausschlag ist immer schlimmer geworden.

In Perth angekommen mussten wir uns erstmal ueberlegen, wie wir in unser Hostel kommen wuerden, denn es lag ziemlich weit ausserhalb im Vorort Cottesloe und war mit oeffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen. Also ab ins Taxi. Der Spass hat uns dann mal eben 45 Dollar gekostet... Naja, war okay. Spaetestens als wir den schoenen Strand erblickten! Das Hostel war einfach perfekt gelegen... Man musste nur kurz vor die Tuer gehen und war sofort am Meer! Das haben wir dann gleich ausgenutzt, haben uns nur unsere Bikinis und ein Handtuch geschnappt und uns in die Sonne gelegt. Den Abend verbrachten wir nur damit, uns zu ueberlegen, was wir in Perth so alles ansehen koennten in den naechsten 12 Tagen. Und 12 Tage sind eine lange Zeit, um eine Stadt wie Perth zu erkunden! Da kam uns die Idee, dass wir Perth ja auch verlassen und einen kleinen Trip in Richtung Suedwesten machen koennten.

Am naechsten Morgen ging es dann ab ins Stadtzentrum, wo wir uns zunaechst einmal ins Informationscenter begaben, um zu schauen, was fuer Ausfluege dort angeboten wurden.

War aber nicht so erfolgreich... Die ganzen Touren haetten unser Budget gesprengt. Es ging also ab ins Internetcafe, wo wir eine Anzeige schalteten und nach einer Mitfahrgelegenheit Richtung Sueden suchten. Dort stiessen wir dann auf die Anzeige von Stefan, einem deutschen Winzer, dessen Plan es war, ein Auto zu mieten, um etliche Weingueter im Suedwesten zu erkunden. Es war mal wieder alles ziemlich spontan, aber wir schrieben ihm einfach mal eine Nachricht, dass wir Interesse an dem Trip haetten. Haetten aber nicht damit gerechnet, dass er sich wirklich meldet! Wir sassen nachmittags wieder im Hostel und waren etwas frustriert, weil unser Plan irgendwie nicht aufzugehen schien, als ploetzlich das Telefon klingelte. Es war Stefan! Er bot uns an, dass wir am naechsten Tag einen Roadtrip mit ihm starten koennten. Nach einigem Gruebeln kamen wir zu dem Entschluss, dass es vielleicht ganz lustig werden koennte so von einem Weingut zum anderen zu fahren, hehe.

Also gaben wir Stefan unsere Zusage und packten unseren Kram zusammen. Abends ging es dann noch ab in den Pub um die Ecke, wo wir eigentlich nur ein Bier trinken wollten. Eigentlich... Dann lernten wir aber Jamie, Jimmy und Jake kennen :D Und da es Jimmys Geburtstag war, musste natuerlich gefeiert werden. Als der Pub gegen 24 Uhr schliessen wollte, machten wir uns auf den Weg zu Jake nach Hause. Im Garten wurde dann weitergefeiert und es war alles in allem ein ziemlich lustiger Abend! Happy Birthday, Jimmy :D

Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Midland, wo wir uns mit Stefan treffen sollten. Der kam dann auch fast puenktlich dort an und es konnte losgehen. War erstmal etwas komisch, bei jemandem mitzufahren, den man vorher noch nie gesehen hat, aber es stellte sich schnell raus, dass wir uns verstehen wuerden :)

Erster Anlaufpunkt war das kleine Weinstaedtchen Margaret River. Aber auch auf dem Weg dorthin gab es schon einiges zu sehen. So zum Beispiel das Delfincenter in Bunbury (naja, Delfine gab es dort irgendwie nicht, deswegen fuhren wir auch schnell weiter, aber war trotzdem ganz nett haha), ein "Horse and Countrymusic Festival" (das wir uns aber nur von aussen anschauten), den laengsten Steg der Welt (reicht ca. 2 km ins Meer hinaus) und den Leuchtturm im Cape Naturaliste National Park.

In Margart River ging es dann auch relativ frueh ins Bettchen, denn die letzte Nacht war ja lang gewesen ;)

Der naechste Morgen begann mit einem Ausflug zum lokalen „Wine Festival“. Zusammen mit Yeta, einem Maechen, das wir im Hostel kennengelernt hatten, und Stefan ging es zum ersten Weingut, dem Leeuwin Estate. Dort mussten wir dann aber feststellen, dass der Eintrittspreis bei 60 Dollar lag, was uns ein bisschen zu viel war. Also ging es ab zum naechsten Weingut, dem Willespie Estate. Dort musste man keinen Eintritt zahlen und konnte kostenlos etliche Weine testen! Es war unglaublich! Stefan hatte uns vorher erklaert, dass Wein viele verschiedene Aromen haben kann und meinte, es gaebe Wein, der nach Apfel oder Banane schmeckt. Wir haben ihn daraufhin fuer verrueckt erklaert. Aber als wir dann da standen und selbst intensiv am guten Wein schnueffelten, konnten wir die seltsamsten Dinge herausriechen: gekochten Broccoli, Grapefruit, Pilze, gruenen Apfel, Pferdeschweiss :D Klingt komisch, aber war wirklich so! Muesst ihr mal austesten! Nach der Weinprobe machten wir es uns noch auf einer Wiese gemuetlich, lauschten der Livemusik (ein aelterer Herr mit Gitarre) und assen eine Kleinigkeit. Es war einfach perfekt! Genauso wie man sich ein kleines Weinfest vorstellt. Ich kam mir vor wie in einem Werbespot fuer Ruegenwalder Teewurst oder so :D

Danach ging es noch zu einem weiteren Weingut, das aber etwas edler und auch viel groesser war. Eine weitere Weinprobe stand an und wir fingen langsam an, ein wenig herumzukichern, hihi. Stefan hat den Wein natuerlich immer weggespuckt, denn er war ja der Fahrer. War lustig so zu tun, als haette man Ahnung von Wein. Wir haben unser immer einschenken lassen, dann das Glas ein wenig geschwenkt, um die Aromen freizusetzen und dann ausgiebig geschnueffelt, um nachher sagen zu koennen, dass der Wein sehr fruchtig riecht und im Abgang nach Erdbeere schmeckt :D Oder so aehnlich. Der Mann, der uns eingeschenkt hat, hatte viel zu lachen. Wir uebrigens auch.

Abends kamen wir dann wieder in Margaret River an und gingen gemeinsam etwas essen. Danach sassen wir noch ewig auf der Terasse des Hostels und haben ueber Gott und die Welt geredet. Gegen zehn Uhr bekamen wir dann noch Besuch von Lucie, Magalie und Jeanne, drei Freundinnen, die wir in Melbourne kennengelernt hatten. War schoen, sie nochmal wiederzusehen! Als es draussen anfing zu regnen, zogen wir ins Wohnzimmer um, wo irgendwann die Kissenschlacht des Jahrhunderts startete :D Ich weiss gar nicht mehr, wer damit angefangen hatte, aber wir verbachten die naechste Stunde damit, uns gegenseitig Kissen an den Kopf zu schleudern und konnten vor lauter Lachen gar nicht mehr reden. Grossartige Nacht! Gegen halb sechs Uhr morgens ging es dann auch mal ins Bett.

Und aeh ja. Den naechsten Tag verbrachten wir dann groesstenteils auch damit, im Bett zu liegen. Stefan war schon wieder auf Weintour, aber wir fuehlten uns wirklich nicht nach Weinprobe. Gegen nachmittag erkundeten wir dann ein bisschen die Stadt und abends ging es sehr frueh ins Bett. Kein besonders ereignisreicher Tag...

Von Margaret River ging es am naechsten Morgen weiter nach Augusta. Auf dem Weg dorthin hielten wir an zwei Tropfsteinhoehlen, der Lake Cave und der Mammoth Cave. In jeder der beiden Hoehlen bekamen wir eine Fuehrung, was sehr interessant war.

Den Abend verbrachten wir in unserem Hostel in Augusta, wo wir eine Runde Monopoly (grausames Spiel) und eine Runde Cluedo spielten. Dabei tranken wir dann noch ein bisschen was von Stefans Wein. Njammi!

Von Augusta aus machten wir uns am naechsten Morgen auf den Weg nach Pemberton. Zunaechst gab es aber noch eine Hoehle zu besichtigen, die Jewel Cave. Auch ziemlich beeindruckend. Nach unserer dortigen Fuehrung ging es zum hoechsten Leuchtturm Australiens, den man fuer 15 Dollar haette besteigen koennen. War uns aber zu viel. Wir schlenderten ein wenig an der Kueste entlang und machten uns dann auf zum Gloucester und zum Bicentennial Tree. Das sind zwei riesige Baeume, die im Wald in der Naehe von Pemberton stehen und die man hochklettern kann. Um den Baumstamm herum sind immer so riesige Schrauben angebracht, die als Treppenstufen dienen und die man hinaufsteigen kann. Gesichert ist man dabei nicht und wenn man klettert, dann auf eigenes Risiko. Aber da wir ja schonmal da waren... Der erste Baum war schrecklich! Ich hatte eine Riesenangst und hab mir alle zwei Schritte ueberlegt, ob ich nicht lieber umkehren soll. Aber am Ende war ich dann doch oben und konnte aus ganzen 62 Metern Hoehe das Umland betrachten. Die Menschen, die unten standen, sahen aus wie kleine Ameisen. Ist schon lustig, auf einem so hohen Baum zu stehen und im Wind hin- und herzuschaukeln. Hatte trotzdem noch Angst. Der zweite Baum, den wir bestiegen, war dann sogar 75 Meter hoch und als wir oben auf der Plattform standen, fing es ploetzlich an zu nieseln. Haette etwas gefaehrlich werden koennen, da die „Stufen“ natuerlich rutschig werden. Aber wir kamen heile wieder unten an. War ein richtig tolles Erlebnis und hat viel Selbstueberwindung gekostet. Wuerd ich glaub ich nicht nochmal machen :D

Die Nacht verbrachten wir in Pemberton. Haessliches kleines Dorf. Pfui. Aber das Hostel war ganz cool. War so ein altes Wohnhaus, wo man mit sechs anderen Leuten drin geschlafen hat. So mit Veranda und eigenem Garten und Doppelbett im Zimmer J

Am naechsten Tag ging es aufs Picardy Weingut, wo uns der Winzer auch herumfuehrte und uns einiges erklaerte. Auf Weinprobe hatten Tona und ich aber noch keine Lust so frueh am Morgen. Der Winzer selbst war ziemlich lustig und meinte, er haette einen leichten Hangover von letzter Nacht und wuerde sich schon auf sein Bettchen freuen. Dann hat er uns noch geraten, Pemberton so schnell wie moeglich zu verlassen, weil die Leute dort alle seltsam seien und es Menschen dort gaebe, deren Bruder auch gleichzeitig ihr Vater sei oder so. Haha.

Es ging also weiter zum „Giant Tangle Tree“, einem Baum, der knapp 300 Jahre alt ist und innendrin von Feuer und Insekten ausgehoehlt wurde. Man kann sich dann quasi in den Baum reinstellen und fuehlt sich wie in einem riesigen Zelt. Schon krass. Muss euch Bilder zeigen!

Danach fuhren wir noch ins „Valley of the Giants“ und machten den „Tree Top Walk“. Da laeuft man praktisch ueber so ein Eisengeruest von Baumkrone zu Baumkrone und hat die perfekte Aussicht! Wunderwunderwunderschoen. Abends checkten wir dann in Denmark in unserem Hostel ein und fuhren noch zum William Bay, einem nahegelegenen Kuestenstreifen. Dort gab es u.a. auch die „Elephant Rocks“ zu sehen – riesige Felsen in Form von Elefanten. Es war schon relativ spaet und so setzten wir uns auf einen der vielen Felsen und bewunderten den Sonnenuntergang. Sehr romantisch!

Naja. Und jetzt ist es schon wieder Freitag und wir haben nur noch 9 Tage, dann fliegen wir (hoffentlich) schon nach Bangkok. Kommt mir seltsam vor. Die Zeit vergeht viel zu schnell L

Ich hoff, ihr freut euch ein bisschen auf mich, hihi. Ist naemlich nicht mehr lange. Ich komm uebrigens am 28. April zurueck – nur, damit ihr alle Bescheid wisst :D

Adios, muchachos!

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