Sonntag, 25. April 2010
Mein letzter Tag in Australien...
Irgendwie kann ich gerade auch nicht genau schreiben, was in den letzten Wochen noch so passiert ist.
Unser Roadtrip mit Stefan war einfach grossartig und die letzte Nacht in Perth wundertoll! Wir haben dort am Strand fast alle unsere Freunde aus Melbourne wiedergetroffen und hatten eine Riesenparty am Strand inklusive BBQ und Nachtschwimmen im Meer :)
Und naja, jetzt waren wir die letzten Tage noch in Sydney und haben ne Menge eingekauft und gefeiert...
Heute ist unser letzter Abend und wir werden ordentlich die Sau rauslassen!
Mittwoch komm ich dann gegen Mittag in Frankfurt an... aiaiai. Das wird was! Ich freu mich auf euch, Leute!
Also falls wir Bangkok ueberleben, ne? Ziemlich doof, denn eigentlich wollten wir dort noch drei Tage in der Stadt verbringen, aber das ist ja jetzt zu gefaehrlich, deswegen werden wir wohl einfach die eine Nacht und den Tag am Flughafen verbringen. Yeah :/
Najaa! Bis Mittwoch dann :)
Freitag, 16. April 2010
Von Darwin nach Perth und ab in den Suedwesten :)
Sooo... Ich bin mittlerweile in Denmark, einem kleinen Dorf im Suedwesten Australiens und ich wollt euch mal erzaehlen, wie ich hier gelandet bin :)
Letzte Woche Donnerstag sind wir von Darwin weiter nach Perth geflogen, worueber ich auch ehrlich gesagt sehr gluecklich war. Darwin war zwar ganz cool und wir hatten nette Leute auf dem Zimmer, aber es war einfach viel zu heiss da oben und mein Ausschlag ist immer schlimmer geworden.
In Perth angekommen mussten wir uns erstmal ueberlegen, wie wir in unser Hostel kommen wuerden, denn es lag ziemlich weit ausserhalb im Vorort Cottesloe und war mit oeffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen. Also ab ins Taxi. Der Spass hat uns dann mal eben 45 Dollar gekostet... Naja, war okay. Spaetestens als wir den schoenen Strand erblickten! Das Hostel war einfach perfekt gelegen... Man musste nur kurz vor die Tuer gehen und war sofort am Meer! Das haben wir dann gleich ausgenutzt, haben uns nur unsere Bikinis und ein Handtuch geschnappt und uns in die Sonne gelegt. Den Abend verbrachten wir nur damit, uns zu ueberlegen, was wir in Perth so alles ansehen koennten in den naechsten 12 Tagen. Und 12 Tage sind eine lange Zeit, um eine Stadt wie Perth zu erkunden! Da kam uns die Idee, dass wir Perth ja auch verlassen und einen kleinen Trip in Richtung Suedwesten machen koennten.
Am naechsten Morgen ging es dann ab ins Stadtzentrum, wo wir uns zunaechst einmal ins Informationscenter begaben, um zu schauen, was fuer Ausfluege dort angeboten wurden.
War aber nicht so erfolgreich... Die ganzen Touren haetten unser Budget gesprengt. Es ging also ab ins Internetcafe, wo wir eine Anzeige schalteten und nach einer Mitfahrgelegenheit Richtung Sueden suchten. Dort stiessen wir dann auf die Anzeige von Stefan, einem deutschen Winzer, dessen Plan es war, ein Auto zu mieten, um etliche Weingueter im Suedwesten zu erkunden. Es war mal wieder alles ziemlich spontan, aber wir schrieben ihm einfach mal eine Nachricht, dass wir Interesse an dem Trip haetten. Haetten aber nicht damit gerechnet, dass er sich wirklich meldet! Wir sassen nachmittags wieder im Hostel und waren etwas frustriert, weil unser Plan irgendwie nicht aufzugehen schien, als ploetzlich das Telefon klingelte. Es war Stefan! Er bot uns an, dass wir am naechsten Tag einen Roadtrip mit ihm starten koennten. Nach einigem Gruebeln kamen wir zu dem Entschluss, dass es vielleicht ganz lustig werden koennte so von einem Weingut zum anderen zu fahren, hehe.
Also gaben wir Stefan unsere Zusage und packten unseren Kram zusammen. Abends ging es dann noch ab in den Pub um die Ecke, wo wir eigentlich nur ein Bier trinken wollten. Eigentlich... Dann lernten wir aber Jamie, Jimmy und Jake kennen :D Und da es Jimmys Geburtstag war, musste natuerlich gefeiert werden. Als der Pub gegen 24 Uhr schliessen wollte, machten wir uns auf den Weg zu Jake nach Hause. Im Garten wurde dann weitergefeiert und es war alles in allem ein ziemlich lustiger Abend! Happy Birthday, Jimmy :D
Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Midland, wo wir uns mit Stefan treffen sollten. Der kam dann auch fast puenktlich dort an und es konnte losgehen. War erstmal etwas komisch, bei jemandem mitzufahren, den man vorher noch nie gesehen hat, aber es stellte sich schnell raus, dass wir uns verstehen wuerden :)
Erster Anlaufpunkt war das kleine Weinstaedtchen Margaret River. Aber auch auf dem Weg dorthin gab es schon einiges zu sehen. So zum Beispiel das Delfincenter in Bunbury (naja, Delfine gab es dort irgendwie nicht, deswegen fuhren wir auch schnell weiter, aber war trotzdem ganz nett haha), ein "Horse and Countrymusic Festival" (das wir uns aber nur von aussen anschauten), den laengsten Steg der Welt (reicht ca. 2 km ins Meer hinaus) und den Leuchtturm im Cape Naturaliste National Park.
In Margart River ging es dann auch relativ frueh ins Bettchen, denn die letzte Nacht war ja lang gewesen ;)
Der naechste Morgen begann mit einem Ausflug zum lokalen „Wine Festival“. Zusammen mit Yeta, einem Maechen, das wir im Hostel kennengelernt hatten, und Stefan ging es zum ersten Weingut, dem Leeuwin Estate. Dort mussten wir dann aber feststellen, dass der Eintrittspreis bei 60 Dollar lag, was uns ein bisschen zu viel war. Also ging es ab zum naechsten Weingut, dem Willespie Estate. Dort musste man keinen Eintritt zahlen und konnte kostenlos etliche Weine testen! Es war unglaublich! Stefan hatte uns vorher erklaert, dass Wein viele verschiedene Aromen haben kann und meinte, es gaebe Wein, der nach Apfel oder Banane schmeckt. Wir haben ihn daraufhin fuer verrueckt erklaert. Aber als wir dann da standen und selbst intensiv am guten Wein schnueffelten, konnten wir die seltsamsten Dinge herausriechen: gekochten Broccoli, Grapefruit, Pilze, gruenen Apfel, Pferdeschweiss :D Klingt komisch, aber war wirklich so! Muesst ihr mal austesten! Nach der Weinprobe machten wir es uns noch auf einer Wiese gemuetlich, lauschten der Livemusik (ein aelterer Herr mit Gitarre) und assen eine Kleinigkeit. Es war einfach perfekt! Genauso wie man sich ein kleines Weinfest vorstellt. Ich kam mir vor wie in einem Werbespot fuer Ruegenwalder Teewurst oder so :D
Danach ging es noch zu einem weiteren Weingut, das aber etwas edler und auch viel groesser war. Eine weitere Weinprobe stand an und wir fingen langsam an, ein wenig herumzukichern, hihi. Stefan hat den Wein natuerlich immer weggespuckt, denn er war ja der Fahrer. War lustig so zu tun, als haette man Ahnung von Wein. Wir haben unser immer einschenken lassen, dann das Glas ein wenig geschwenkt, um die Aromen freizusetzen und dann ausgiebig geschnueffelt, um nachher sagen zu koennen, dass der Wein sehr fruchtig riecht und im Abgang nach Erdbeere schmeckt :D Oder so aehnlich. Der Mann, der uns eingeschenkt hat, hatte viel zu lachen. Wir uebrigens auch.
Abends kamen wir dann wieder in Margaret River an und gingen gemeinsam etwas essen. Danach sassen wir noch ewig auf der Terasse des Hostels und haben ueber Gott und die Welt geredet. Gegen zehn Uhr bekamen wir dann noch Besuch von Lucie, Magalie und Jeanne, drei Freundinnen, die wir in Melbourne kennengelernt hatten. War schoen, sie nochmal wiederzusehen! Als es draussen anfing zu regnen, zogen wir ins Wohnzimmer um, wo irgendwann die Kissenschlacht des Jahrhunderts startete :D Ich weiss gar nicht mehr, wer damit angefangen hatte, aber wir verbachten die naechste Stunde damit, uns gegenseitig Kissen an den Kopf zu schleudern und konnten vor lauter Lachen gar nicht mehr reden. Grossartige Nacht! Gegen halb sechs Uhr morgens ging es dann auch mal ins Bett.
Und aeh ja. Den naechsten Tag verbrachten wir dann groesstenteils auch damit, im Bett zu liegen. Stefan war schon wieder auf Weintour, aber wir fuehlten uns wirklich nicht nach Weinprobe. Gegen nachmittag erkundeten wir dann ein bisschen die Stadt und abends ging es sehr frueh ins Bett. Kein besonders ereignisreicher Tag...
Von Margaret River ging es am naechsten Morgen weiter nach Augusta. Auf dem Weg dorthin hielten wir an zwei Tropfsteinhoehlen, der Lake Cave und der Mammoth Cave. In jeder der beiden Hoehlen bekamen wir eine Fuehrung, was sehr interessant war.
Den Abend verbrachten wir in unserem Hostel in Augusta, wo wir eine Runde Monopoly (grausames Spiel) und eine Runde Cluedo spielten. Dabei tranken wir dann noch ein bisschen was von Stefans Wein. Njammi!
Von Augusta aus machten wir uns am naechsten Morgen auf den Weg nach Pemberton. Zunaechst gab es aber noch eine Hoehle zu besichtigen, die Jewel Cave. Auch ziemlich beeindruckend. Nach unserer dortigen Fuehrung ging es zum hoechsten Leuchtturm Australiens, den man fuer 15 Dollar haette besteigen koennen. War uns aber zu viel. Wir schlenderten ein wenig an der Kueste entlang und machten uns dann auf zum Gloucester und zum Bicentennial Tree. Das sind zwei riesige Baeume, die im Wald in der Naehe von Pemberton stehen und die man hochklettern kann. Um den Baumstamm herum sind immer so riesige Schrauben angebracht, die als Treppenstufen dienen und die man hinaufsteigen kann. Gesichert ist man dabei nicht und wenn man klettert, dann auf eigenes Risiko. Aber da wir ja schonmal da waren... Der erste Baum war schrecklich! Ich hatte eine Riesenangst und hab mir alle zwei Schritte ueberlegt, ob ich nicht lieber umkehren soll. Aber am Ende war ich dann doch oben und konnte aus ganzen 62 Metern Hoehe das Umland betrachten. Die Menschen, die unten standen, sahen aus wie kleine Ameisen. Ist schon lustig, auf einem so hohen Baum zu stehen und im Wind hin- und herzuschaukeln. Hatte trotzdem noch Angst. Der zweite Baum, den wir bestiegen, war dann sogar 75 Meter hoch und als wir oben auf der Plattform standen, fing es ploetzlich an zu nieseln. Haette etwas gefaehrlich werden koennen, da die „Stufen“ natuerlich rutschig werden. Aber wir kamen heile wieder unten an. War ein richtig tolles Erlebnis und hat viel Selbstueberwindung gekostet. Wuerd ich glaub ich nicht nochmal machen :D
Die Nacht verbrachten wir in Pemberton. Haessliches kleines Dorf. Pfui. Aber das Hostel war ganz cool. War so ein altes Wohnhaus, wo man mit sechs anderen Leuten drin geschlafen hat. So mit Veranda und eigenem Garten und Doppelbett im Zimmer J
Am naechsten Tag ging es aufs Picardy Weingut, wo uns der Winzer auch herumfuehrte und uns einiges erklaerte. Auf Weinprobe hatten Tona und ich aber noch keine Lust so frueh am Morgen. Der Winzer selbst war ziemlich lustig und meinte, er haette einen leichten Hangover von letzter Nacht und wuerde sich schon auf sein Bettchen freuen. Dann hat er uns noch geraten, Pemberton so schnell wie moeglich zu verlassen, weil die Leute dort alle seltsam seien und es Menschen dort gaebe, deren Bruder auch gleichzeitig ihr Vater sei oder so. Haha.
Es ging also weiter zum „Giant Tangle Tree“, einem Baum, der knapp 300 Jahre alt ist und innendrin von Feuer und Insekten ausgehoehlt wurde. Man kann sich dann quasi in den Baum reinstellen und fuehlt sich wie in einem riesigen Zelt. Schon krass. Muss euch Bilder zeigen!
Danach fuhren wir noch ins „Valley of the Giants“ und machten den „Tree Top Walk“. Da laeuft man praktisch ueber so ein Eisengeruest von Baumkrone zu Baumkrone und hat die perfekte Aussicht! Wunderwunderwunderschoen. Abends checkten wir dann in Denmark in unserem Hostel ein und fuhren noch zum William Bay, einem nahegelegenen Kuestenstreifen. Dort gab es u.a. auch die „Elephant Rocks“ zu sehen – riesige Felsen in Form von Elefanten. Es war schon relativ spaet und so setzten wir uns auf einen der vielen Felsen und bewunderten den Sonnenuntergang. Sehr romantisch!
Naja. Und jetzt ist es schon wieder Freitag und wir haben nur noch 9 Tage, dann fliegen wir (hoffentlich) schon nach Bangkok. Kommt mir seltsam vor. Die Zeit vergeht viel zu schnell L
Ich hoff, ihr freut euch ein bisschen auf mich, hihi. Ist naemlich nicht mehr lange. Ich komm uebrigens am 28. April zurueck – nur, damit ihr alle Bescheid wisst :D
Adios, muchachos!
Montag, 5. April 2010
Zwei Tage im Kakadu National Park
Samstag morgen sind wir gegen 7 Uhr morgens von unserem Tourguide im Gelaendewagen abgeholt worden. Es war eine relativ kleine Gruppe (nur 9 Leute), aber mehr haetten auch nicht in den Wagen gepasst!
Es ging dann los Richtung Nationalpark... Auf dem Weg stoppten wir noch am Adelaide River und nahmen an der "Jumping Croc"- Bootstour teil. War ziemlich krass. Man faehrt da so mit dem Boot ueber den Fluss und zwischendrin werden Krokodile herangelockt (mit fetten Stuecken Fleisch njammii... :/). Die Krokos kommen dann auch angeschwommen und springen nach dem Fleisch, das an so einer Art Angel haengt. War imposant, sich diese Tiere mal in freier Wildbahn und ganz aus der Naehe anzuschauen. Ueberhaupt gibt es hier in der Gegend Unmengen von Krokodilen! An der Anlegestelle von dem "Jumping Croc"-Boot lag auch so eine Mappe voller gesammelter Zeitungsartikel, die alle von Krokodilangriffen auf Menschen handelten. Wuaah. Denen will man nicht zu nahe kommen!
Nach der Bootsfahrt ging es weiter in den Nationalpark, wo wir uns dann Aboriginal Rock Art anschauten... Das ist so eine Art Hoehlenmalerei. Die Motive wiederholen sich auch meistens: Fische, Schildkroeten, Wallabies. Manchmal muss man genauer hinsehen, um ueberhaupt etwas sehen zu koennen, denn die Zeichnungen sind zum Teil sehr alt und verwaschen. Besonders interessant fand ich die "Contact Art": Bilder von Maennern mit Pfeife im Mund und Gewehr, die auf den ersten Kontakt mit europaeischen Siedlern hinweisen.
Die Nacht verbrachten wir in einem riesigen Zelt, in dem es sogar richtige Betten gab und gottseidank auch Ventilatoren, denn die Hitze hier ist kaum auszuhalten!
Am naechsten Morgen machten wir uns auf in Richtung "Motorcar Falls" und durften auf dem Weg dorthin einen riesigen Termitenhuegel bestaunen... Der war mindestens drei bis vier Meter hoch und etwa 90 Jahre alt.
Der Weg vom Parkplatz bis zu den Motorcar Falls (die heissen uebrigens so, weil man frueher mit dem Auto direkt dorthin fahren konnte) war ganz schoen anstrengend, was aber groesstenteils an der drueckenden Hitze lag. Aber als wir ankamen, war das alles gleich wieder vergessen, denn es war einfach wunderschoen! Wir durften dort schwimmen gehen und konnten uns abkuehlen und danach noch ein bisschen in der Sonne liegen. Wie im Paradies :)
Danach ging es dann gleich weiter zum naechsten Wasserfall am Boundarie Creek... der war fast noch besser! Ich muss unbedingt Bilder hochladen, weil ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann. Auf jeden Fall durften wir dort dann auch schwimmen gehen und alle waren happy :D
Danach war es dann auch schon an der Zeit, zurueck nach Darwin zu fahren, denn die Fahrt allein wuerde etwa vier Stunden dauern.
Naja. Jetzt sind wir wieder zurueck in der Stadt und ich muss sagen... ich freu mich jetzt auch auf Perth :D Es ist einfach zu warm hier oben und ich hab schon wieder meinen Hitzeausschlag bekommen :( Am liebsten wuerde man einfach den ganzen Tag im Zimmer hocken neben der Klimaanlage! Aber wir gehen jetzt mal zum Strand :)
Bis baaald!
Sonntag, 4. April 2010
Im Herzen Australiens :)
Von Adelaide ging es letzte Woche Donnerstag mit dem Flugzeug nach Alice Springs. Der Flug verlief dieses Mal eigentlich ziemlich gut und Tonas Angst verging auch, als sie den Piloten erblickte: „Eh, Anna! Schau mal, der sieht gut aus, der muss einfach kompetent sein!“ Jedenfalls kamen wir munter und gesund am Flughafen in Alice Springs an. Das erste, was mir dort auffiel, war die Hitze! Naja… wir waren schliesslich auch Mitten in der Wueste gelandet, aber es war doch ein kleiner Schock. Als naechstes stellten wir fest, dass alles voller Fliegen war! Richtig eklig! Die sind einem die ganze Zeit im Gesicht rumgekrabbelt und manchmal sogar bis in die Mundhoehle hinein. Baeh. Nach einer halben Stunde kam uns jedenfalls ein Shuttlebus abholen und brachte uns zum „Toddy’s“, unserem neuen Hostel. Dort trafen wir gleich einige Leute, die am naechsten Morgen mit uns auf die 3-taegige Rock-Tour fahren wuerden. Gegen spaeten Nachmittag traf dann auch Tabea im Hostel ein, die anstatt zu fliegen mit dem Bus gekommen war. Wir machten uns erstmal auf zum naechsten Supermarkt und kauften ein bisschen was fuers Abendessen ein… Ja gut, ich geb’s zu… waren mal wieder Nudeln mit Tomatensosse :D Abends fand in einem Pub am Rande der Stadt ein „Luftgitarren-Wettbewerb“ statt, den wir uns unbedingt anschauen wollten. War aber eher langweilig. Wir hatten mit richtigen Luftgitarren-Profis gerechnet, aber die Teilnehmer dort haben das Ganze irgendwie selbst nicht so ernst genommen und es war etwas albern alles ;) Gegen 12 Uhr ging es fuer uns dann auch ab ins Bettchen, denn wir mussten am naechsten Morgen schon um 5 Uhr aufstehen. Um 6 Uhr wurden wir dann von unserem Tour-Guide Skip abgeholt und es ging ab ins Outback :) Das erste Ziel war der „Kings Canyon“, wo wir fuer etwa drei Stunden umherwanderten. Eine kurze Pause gab es im „Garden of Eden“. Dort hatten wir die Moeglichkeit, eine Runde schwimmen zu gehen und mir war auch schrecklich heiss und ich wollt sofort ins Wasser huepfen! Dummerweise musste ich dann feststellen, dass ich meine Bikini-Hose vergessen hatte. Zu doof… Nach der Wanderung fuhren wir noch ein ganzes Weilchen bis nach Curtin Springs, wo wir dann unser Nachtlager aufschlugen. Skip machte sich ans Kochen und zwei Jungs hatten sich dazu bereit erklaert, ein Lagerfeuer zu machen. Einer der Teilnehmer, Ludo, ueberraschte uns mit seinen musikalischen Kuensten und gab ein kurzes Didgeridoo-Konzert. War ziemlich cool! Danach durften sich dann alle mal an diesem Instrument versuchen, aber bei den meisten kam nur ein dumpfes „Toooeeeroooe“ heraus. Nach dem Essen brachte Skip uns dann dazu, das „Box-Game“ zu spielen… Dabei muss man eine kleine Pappkiste mit dem Mund vom Boden aufheben, ohne diesen mit Armen oder Beinen zu beruehren. Ist etwas schwierig zu erklaeren, sieht aber sehr lustig aus :) Irgendwann war es dann Schlafenszeit und wir kuschelten uns in unsere Swags (quasi Schlafsaecke, in die man sich mit seinem eigenen Schlafsack reinlegt) und schliefen unter einer Millionen Sterne ein :) Wunderwunderschoen! Am naechsten Morgen hiess es gegen viertel vor 6 schon wieder: „WAKE UP!“ Mir kam es so vor, als waere ich gerade erst eingeschlafen, denn man konnte immer noch die Sterne sehen! Nach dem Fruehstueck ging es auf zum Kata Tjuta und ins „Valley of the Winds“. Dort wanderten wir eine ganze Weile umher. In den Pausen erzaehlte Skip uns Einiges ueber die Kultur der Aborigines, auf deren Land wir uns ja gerade aufhielten. Skip zeigte uns, welche Pflanzen sie zur Herstellung von Waffen oder Medizin benutzten und erklaerte, dass es auch heute noch Aborigines gibt, die versuchen, diesen alten Lebensstil beizubehalten. Er erzaehlte uns ausserdem einige Aborigine-Geschichten zur Entstehung der Landschaft, die sich von den geografischen Erklaerungen sehr stark unterscheiden. Ganz grob gesagt glauben die Anangu (die Aborigines der Gegend) daran, dass bestimmte Formationen (so wie der Uluru, Kings Canyon oder Kata Tjuta) dadurch entstanden sind, dass fantastische Wesen (oftmals halb Mensch, halb Tier) durch das Land gezogen sind und dabei bestimmte Elemente des Landes geformt haben. Es weiss aber niemand so genau, ob diese Geschichten wirklich die sind, die sich die Anangu untereinander erzaehlen, denn sie sind sehr darauf bedacht, dass nicht all ihr Wissen fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht wird. Skip erklaerte uns ausserdem, dass Wissenschaftler heraus gefunden haetten, dass die Aborigines nicht vom Homo sapiens, sondern vom Homo erectus abstammen und sich deswegen seit 33000 Jahren aeusserlich nicht stark veraendert haben. Inwieweit das alles stimmt, kann ich nicht beurteilen, weil ich noch nicht die Zeit hatte, mich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Jedenfalls haben wir dann noch erfahren, dass die Aborigines bis 1956 (!!!) unter dem Begriff „Flora und Fauna des Landes“ eingeordnet waren und dass die „weisse Bevoelkerung“ Australiens bis heute keinen grossen Fortschritt in Sachen Rassismus gemacht hat, was mir allerdings schon vorher aufgefallen war… Wenn man Australier auf ihre Beziehung zu den Aborigines anspricht, dann hoert man meistens: „Sind Alkoholiker, die auf unsere Kosten leben“. Skip hat uns auch erzaehlt, dass man an australischen Schulen nichts lernt ueber die Kultur dieser Menschen und dass die meisten Australier einfach keine Ahnung haben, sich aber auch nicht dafuer interessieren. Man sieht oftmals betrunkene Aborigines vor den Bottle-Shops in grossen Staedten sitzen, aber warum viele dieser Menschen dem Alkoholismus verfallen sind, danach fragt niemand. Es ist mir auch schon des Oefteren aufgefallen, dass Menschen den Kontakt mir Aborigines meiden und ihnen gewollt aus dem Weg gehen. Alle sehen ein grosses „Aborigine Problem“, aber keiner kommt auf die Idee, dass das Problem die Australier selbst sein koennten. Ich will hier jetzt eigentlich gar nicht so viel dazu schreiben, mit meinem Halbwissen, aber bestimmte Dinge, die Skip uns erzaehlt hat, haben mich sehr nachdenklich gestimmt und traurig bzw wuetend gemacht. So hat er uns zum Beispiel gesagt, dass Aborigines gar keinen Sinn fuer materiellen Wert haben und dass es schon vorgekommen ist, dass man ihnen ein Auto geschenkt hat und sie es so lange gefahren haben, bis der Sprit leer war und es danach am Strassenrand haben stehen lassen. Oder dass sie ein Haus zur Verfuegung gestellt bekommen haben und dieses dann nachts, als es ihnen zu kalt wurde, angezuendet haben. Skip war der Meinung, dass man die staatliche finanzielle Unterstuetzung fuer die Aborigines kuerzen solle und ihnen stattdessen erst einmal beibringen muesse, mit Geld umzugehen. Das hat mich traurig gemacht. Ich muss erst noch mal genauer ueber alles nachdenken und mich besser informieren, dann werde ich bestimmt noch mehr zu dem Thema schreiben, denn es laesst mich nicht mehr los. So, wo war ich noch mal? Achja… also nachdem wir durch das „Valley of the Wind“ gewandert waren, ging es kurz zu unserem naechsten Campingplatz, wo wir die Moeglichkeit hatten, uns zu duschen. Dann ging es sofort weiter zum „Uluru-Schauplatz“, denn wir wollten den Sonnenuntergang nicht verpassen. Es war schon krass, den Uluru/Ayers Rock zu beobachten, waehrend die Sonne langsam unterging. Die Farbe des Steins veraenderte sich von Minute zu Minute… aber irgendwie kam nicht die richtige Stimmung auf, weil wir uns unseren Schauplatz mit hunderten von Touristen teilen mussten, die alle dort sassen, ihre Kameras aufbauten und Weinschorle schluerften. Wir waren ganz zufrieden mit unserem Bier :) Nach dem Sonnenuntergang ging es zurueck ins Camp, wo wir noch gemuetlich am Feuer sassen und Geschichten erzaehlten. Am naechsten Morgen ging es erneut zum Uluru-Schauplatz, denn wir mussten ja auch noch den Sonnenaufgang bestaunen! Danach fuhren wir dann naeher an den riesigen Stein heran und spazierten einmal herum. Es gab einige Touries, die hinaufkletterten, aber Skip erklaerte uns, dass die Anangu es nicht gerne sehen, wenn Touristen ihr „heiliges Land“ betreten (was uebrigens auch auf einem riesigen Schild zu lesen war) und dass er es besser faende, wenn wir aus Respekt auf das Besteigen des Uluru verzichten wuerden. Das hat dann auch gottseidank jeder verstanden und so reichte es uns vollkommen aus, den Stein von unten zu bewundern. Danach ging es dann auch schon wieder zurueck Richtung Alice Springs – allerdings mit kurzem Zwischenstopp auf einer Kamelfarm, wo wir je nach Belieben eine Runde reiten durften. Zurueck in Alice war ich ziiiemlich k.o., aber es blieb nicht viel Zeit zum Ausruhen! Abends trafen wir uns mit allen Teilnehmern der Tour zum Dinner in der Rock Bar und danach wurde noch ordentlich gefeiert :) Montags hatten wir dann noch tagsueber Zeit, uns die Stadt ein wenig anzuschauen, was aber nicht sooo spannend war und am spaeten Nachmittag ging es ab zum Bahnhof… Mit der „Ghan train“ machten wir uns auf den Weg nach Darwin (23.5 Stunden Zugfahrt puuuh…), wo wir jetzt gerade auch noch sind. Heut Abend ist unser letzter Abend mit Tabea und dann geht es fuer Tona und mich morgen ab in den Kakadu National Park und naechste Woche dann schon rueber nach Perth an die Westkueste. Ich bin ja mal gespannt… Nur noch knapp vier Wochen und dann sehen wir uns schon wieder, Leute ;) Machts gut, bis bald!

Der Zug nach Darwin!

Warten auf den Sonnenuntergang am Uluru

Uluru...

Kata Tjuta...

Kata Tjuta

Die rote Wueste :)

Kings Canyon