In unserer letzten Woche in Melbourne packte uns ploetzlich das "Sightseeing-Fieber", denn wir stellten fest, dass wir in der langen Zeit, die wir nun schon in der Stadt verbracht hatten, eigentlich kaum herum gekommen waren.
Montags machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum "Colonial Hotel", denn ich musste meinem Manager noch irgendwie verklickern, dass ich nicht mehr zur Arbeit kommen wuerde (ich hatte ja anfangs gesagt, dass ich plane, ca. 4 Monate zu bleiben, damit die mich ueberhaupt einstellen).
Dummerweise war aber geschlossen... naja, eigentlich war ich in dem Augenblick ganz froh darueber, denn ich hatte doch ein ziemlich mieses Gefuehl bei der Sache.
Danach setzten wir uns in die "City Circle Tram", eine Strassenbahn, die kostenlos einmal um die Stadt tuckert, und fuhren zu den Docklands. Vom Hafen haben wir dann allerdings nicht viel gesehen - dafuer gab es ein grosses Einkaufszentrum mit vielen schoenen Laeden :D Bloederweise waren wir zunaechst einmal hungrig und nach dem Essen dann zu faul, um shoppen zu gehen!
Den Montag Abend verbrachten wir im "Royal Park Hotel", einem Pub direkt um die Ecke, der auch meinem Boss Brad gehoert. Dort gab es "free BBQ" (Veggie Burger natuerlich!), Bier und eine Partie Billard.
Dienstags musste ich mich schon wieder auf den Weg zur Arbeit machen und dieses Mal war sogar geoeffnet. Mein Manager, Harry, hat es relativ locker genommen, als ich gesagt habe, dass ich Melbourne nun verlassen wuerde. Ganz so leicht ist mir der Abschied allerdings nicht gefallen, denn das Colonial war wirklich ein toller Arbeitsplatz: lockere Atmosphaere, liebe MitarbeiterInnen und verstaendnisvolle Gaeste. Hab echt gerne dort gearbeitet :)
Nachdem ich das Ganze dann hinter mir hatte, ueberlegten Tona und ich uns, wie es nun wohl weitergehen solle mit der Reise. Uns war klar, dass wir nach Adelaide wollten... nur WIE genau, das wussten wir nicht so genau. Da wir im Internet niemanden gefunden hatten, der uns haette mitnehmen koennen, kam uns die Idee, dass wir uns ja auch selbst ein Auto mieten koennten. Gesagt, getan! Wir machten uns also auf den Weg zu einem Car Rental, bei dem wir aber nie ankamen, denn auf dem Weg lag auch das "Peterpan's" Reisebuero. Eigentlich wollten wir uns dort nur mal wegen den Preisen fuer so einen Wagen erkundigen, aber als wir rauskamen, waren wir stolze Mieterinnen eines "Wicked Campervan" fuer drei Personen. Und weil ja Platz fuer drei war, wir aber erst zwei waren, mussten wir sofort Tabea, eine alte Freundin aus Tully, anrufen. Nach einigem Gruebeln gab sie uns dann auch ihre Zusage, dass sie sich mit uns auf die Reise nach Adelaide machen wuerde und der Roadtrip war gebongt! Juhu :)
Es war auf jeden Fall wieder eine spontane Entscheidung, aber die Vorfreude war riesig!
Mittwochs ging es in den Stadtteil "Fitzroy", denn man hatte uns waermstens empfohlen, vor unserer Abreise noch einen Blick auf die Brunswick Street zu werfen! Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt! In dieser kleinen Strasse reiht sich eine feine Boutique an die naechste und es gibt unheimlich viele alternative Szenepubs und Cafes. Beautiful! :)
Abends ging es dann mit dem Rest der "Bozo-Bande" zum "free BBQ" in den Turf Club (ihr merkt schon, BBQ ist hier ne ganz grosse Sache!). Als die meisten spaet abends schon nach Hause gegangen waren, entschieden wir restlichen Verbliebenen uns dazu, noch in eine Bar zu gehen. Die Bar war schlimm! Keine Leute da, keine Stimmung, niemand hatte was zu erzaehlen. Das aenderte sich, als ein Bekannter und ich die nicht vorhandene Tanzflaeche eroeffneten. Am Ende waren es dann auch ganze sechs Leute, die den Laden gerockt haben :) Also wir hatten unseren Spass.
Donnerstag war der Megatag: Zuerst ging es zum Chinatown, dann zur St. Paul's Church, dann zum zweiten Mal ins Australian Center For The Moving Image und hinterher noch aufs Eureka Skydeck. Der Eureka Tower ist das hoechste Gebaeude in der suedlichen Hemisphaere und von oben hat man eine fantastische Aussicht auf Melbourne und das Umland.
Abends trafen wir uns mit Tonas Arbeitskollegen Pantho im Irish Pub und tranken ein paar Bierchen.
Freitag, als sich unsere Zeit dann wirklich langsam dem Ende neigte, statteten wir dem Botanischen Garten einen Besuch ab. Absolutes Highlight dort war der "Shrine of Remembrance", ein Kriegsdenkmal fuer alle gefallenen australischen Soldaten. In jeder Stadt gibt es mindestens zehn dieser bescheuerten Denkmaeler, aber dieses hier war echt der absolute Hammer! Ein Mitarbeiter fuehrte uns in eine riesige Halle, in deren Mitte ein grosser Gedenkstein lag, auf dem geschrieben stand: "GREATER LOVE HATH NO MAN". Der Mann erklaerte uns voller Stolz, dass es in der Decke der Halle ein kleines Loch gaebe. Durch dieses Loch wuerde jedes Jahr am 11.11. um 11 Uhr (Karneval?) die Sonne genauso scheinen, dass das Licht auf das Wort "LOVE" des Gedenksteins faellt. Da das ja aber nur einmal im Jahr passiert und natuerlich jeder wissen will, wie sich das Ganze zutraegt, simulieren die das in diesem Shrine jede halbe Stunde mit kuenstlichem Licht. Oh man, ich muss jetzt beim Schreiben noch darueber lachen :D Naja, jedenfalls ging die Simulation dann auch los und alle BesucherInnen versammelten sich um diesen Stein. Es wurde dunkel und ueber einen Lautsprecher ertoente so eine Art "Kriegstusch". Tona und ich konnten uns das Lachen kaum verkneifen, als dann das kuenstliche Licht auf den Stein fiel und eine sehr ehrfuerchtige Stimme uns ermahnte: "You have to remember!" Leider fanden die anderen Leute es gar nicht witzig und weil wir ja auch niemanden stoeren wollten, entschieden wir uns dazu, den Shrine zu verlassen. Der Weg nach draussen wurde allerdings von einer Angestellten versperrt, die uns mitteilte, dass man waehrend der Zeremonie den Shrine nicht verlassen koenne! Zu komisch :D Wir haben es uns dann also noch bis zum Ende angehoert.
Freitag Abend fuhren wir alle gemeinsam in die Brunswick Street, um dort feiern zu gehen!
Samstags unternahmen wir tagsueber nicht allzuviel, aber abends sollte dann unsere Abschiedsparty steigen. Im Hinterhof unseres Hostels trafen sich all die Leute, die ueber die letzten Wochen zu unseren Freunden geworden waren und dann ging es schon wieder in die Brunswick Street, wo wir in einem Club, in dem wir wohl fast die einzigen Gaeste waren, ausgelassen tanzten und Spass hatten.
Es war toll, nochmal all die grossartigen Menschen an einem Ort versammelt zu sehen... selbst diejenigen, die am naechsten Tag arbeiten mussten, waren dabei!
Der Sonntag zog sich ein wenig in die Laenge und wir verbrachten die Zeit mit Waesche waschen und Packen. Abends mixte unser Freund Paul, der professioneller Barkeeper ist, uns dann Margaritas und wir sassen noch relativ lange zusammen und trauerten um die viel zu schnell vergangene Zeit im "Bozo Backpacker". Von einigen mussten wir uns jetzt schon verabschieden, was nicht gerade leicht fiel... Die zwei Monate in Melbourne waren definitiv mit die beste Zeit meines Lebens! Danke, Leute! :)
An dem Abend kam dann uebrigens auch noch Tabea in Melbourne an und das "Roadtrip Trio" war versammelt :)
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