Dienstag, 15. Dezember 2009

Hervey Bay - Fraser Island - Noosa

Und schon wieder ist eine Woche vergangen und ich komme mit dem Schreiben nicht mehr hinterher.

Letzten Dienstag sind wir abends um kurz nach 8 von Airlie Beach abgefahren und am naechsten Morgen so gegen halb 10 in Hervey Bay angekommen, wo es erstmal wieder auf Hostel-Suche ging. Wir hatten irgendwie nicht bedacht, dass die Greyhound Station ziemlich weit entfernt von den ganzen moeglichen Unterkuenften war und so mussten wir erstmal anderthalb Stunden (voll bepackt natuerlich) laufen, bis wir endlich das "Koala Hervey Bay" erreicht hatten. Dort haben wir dann auch sofort eingecheckt, weil wir einfach keine Lust mehr hatten, noch weiter zu laufen. Das Hostel an sich war nicht so besonders schoen, vor allem, weil es keine Klimaanlage gab und das ist wirklich eines der wichtigsten Dinge, die es in so einem Hostel geben kann!
Aber wir wollten ja eh nicht so lange dort bleiben und eigentlich am naechsten Tag schon unsere Tour zur Fraser Island starten. Die haben wir dann auch sofort gebucht und so konnte es am naechsten Morgen dann losgehen. Oder auch erstmal nicht. Eine Stunde nach vereinbarter Zeit hatte uns die "Fraser Island Company" nocht immer nicht abgeholt und wir sassen auf der Strasse und haben gewartet und gewartet. Irgendwann ging dann das Telefon und man teilte uns mit, dass es eine Buspanne gegeben haette und wir ca. 2 Stunden spaeter abgeholt werden. Das war ja schon mal ein guter Start. Aber es wurde noch besser! Als wir dann endlich mit der Faehre zur Fraser Island uebergesetzt hatten und dort in unseren Gelaendebus stiegen, fiel allen auf, dass es im Bus sehr stark nach Erbrochenem roch. Baeh! Aber unser Busfahrer teilte uns mit, dass alles sauber waere und wir beruhigt unsere Rundfahrt starten koennten.
Die Fraser Island ist eine riesige Sandinsel, die man mit normalen Autos gar nicht befahren kann, deswegen leiht man sich entweder einen Gelaendewagen oder man faehrt mit einer Company im Bus durch die Gegend. Da wir noch nicht 21 sind, durften wir gar kein Auto leihen, was sich im Nachhinein aber als gar nicht so schlecht erwiesen hat!
Wir sassen also in unserem Gelaendebus mit ungefaehr 10 anderen Leuten und es ging los! Ich dachte ja eigentlich, dass das Boot, mit dem wir die Whitsunday umsegelt haben, schaukelig war, aber das hier war noch mal eine Nummer haerter! Wir sind eigentlich die ganze Zeit nur umhergeschleudert worden, haben uns ab und an mal den Kopf an der Decke gestossen oder sind mit den Schultern gegeneinander geprellt, so sehr hat dieser Bus gewackelt! Aber ernsthaft verletzt haben wir uns nicht und so war das Ganze eigentlich eher zum Lachen! Zuerst sind wir ein Stueck durch den Regenwald gefahren und haben uns die riesigen Baeume und die anderen Pflanzen angeschaut - wunderschoen! Danach ging es dann am Strand entlang bis zu einem kleinen Wanderweg. Wir mussten also alle aussteigen und sind zu Fuss weitergegangen. Nach einer halben Stunde fuehrte uns der Weg in eine Art Wueste. Ueberall Sand und die Sonne hat geknallt! Wir haben uns auch ein bisschen die Fuesse verbrannt, als wir ueber diesen schrecklich heissen Sand gelaufen sind. Aber nach ca. 100 Metern kam dann die Erloesung: ein kleiner See, in dem wir alle schwimmen gehen durften. Das war seeehr erfrischend! Leider hatten wir nicht so viel Zeit am See und mussten dann auch schon wieder zurueck zum Bus. Unser Fahrer hat uns dann nach "Happy Valley" gebracht, einem kleinen Ort auf Fraser Island. Die Insel ist eigentlich vollkommen naturbelassen und es gibt kaum Menschen dort, aber zwischendrin findet man immer wieder kleine Siedlungen, die dann mit umzaeunt sind, damit keine Dingos oder andere wilde Tiere einbrechen koennen.
In Happy Valley durften wir unser Bungalow beziehen, was wirklich der absolute Hammer war! Tona und ich hatten ein ganzes Apartment fuer uns alleine! Mit drei Betten, Parkettboden und eigenem Badezimmer! Fuer Leute, die seit drei Monaten immer nur in 8-Bett-Zimmern geschlafen haben, ist das der reine Luxus :D
Abends gab es dann Dinner und danach hat man noch ein wenig mit den anderen Leuten zusammengesessen und geredet und ein bisschen was getrunken. Das ging aber nicht mehr allzu lange, weil wir am naechsten Morgen wieder frueh rausmussten. Um 7:30 Uhr mussten wir auschecken und danach gab es noch Fruehstueck.
Die Tour am zweiten Tag begann dann mit einer Fahrt zum India Head. Dort konnte man die Klippen hochsteigen und von oben die tolle Aussicht geniessen. Unser Fahrer hatte mir vorher erzaehlt, dass man von dort aus manchmal Hammer- und Tigerhaie beobachten kann, aber leider hatten wir an dem Tag kein Glueck und so war ich ein bisschen enttaeuscht.
Danach ging es noch zu ein paar anderen Sehenswuerdigkeiten auf der Insel, so z.B. ein Schiffswrack, eine Huegelgruppe und der Eli Creek. Am besten gefallen hat mir aber der See, den wir ganz zuletzt besucht haben. Unbeschreiblich! Ausser uns war keine Menschenseele dort, das Wasser war glasklar und angenehm erfrischend und der Sandstrand perfekt zum Hinlegen und Einschlafen. Ich muss euch unbedingt Bilder zeigen, sonst kann man sich das gar nicht richtig vorstellen.
Leider hatten wir nur ungefaehr zwei Stunden Zeit an diesem See, denn danach mussten wir zurueck zur Faehre fahren, die uns wieder nach Hervey Bay bringen sollte.
In Hervey Bay sind wir dann noch fuer eine Nacht geblieben und am naechsten Morgen ging es dann weiter nach Noosa, wo ich auch gerade noch bin.
Noosa ist eigentlich ein ganz schoenes Staedtchen, aber ziemlich teuer und exklusiv. Es ist auch nicht so wie in Airlie Beach, dass man auf die Strasse geht und hunderte Backpacker trifft. Hier ist alles ziemlich verteilt. Unser Hostel, das "Dolphin Beach House", liegt etwas abseits vom Stadtzentrum, was ziemlich bloed ist, wenn man abends weggehen will. Das haben wir dann auch Samstag Abend gemerkt! Wir hatten uns fuer den Abend mit Dominik verabredet, den wir ganz am Anfang in Sydney kennengelernt hatten und der jetzt hier in Noosa arbeitet. Um in die Stadt zu kommen, wollten wir dann den Bus nehmen und sind mal so losgegangen, aber nach 10 Minuten mussten wir feststellen, dass nirgendwo eine Bushaltestelle zu sehen war. Also haben wir ein Auto angehalten und uns nach dem Weg erkundigt. Der Fahrer und seine Frau haben und dann gleich angeboten, uns mitzunehmen und so hatten wir mal wieder Glueck und sind doch noch rechtzeitig in Noosa City angekommen. Da haben wir uns dann auch mit Domi getroffen, was echt cool war. Ist lustig, wenn man gemeinsam in Australien angekommen ist und nach drei Monaten doch so verschiedene Dinge erlebt hat und sich dann darueber austauschen kann. Wir waren dann noch in einer Bar und haben ein bisschen gefeiert, aber gegen 1 Uhr ging es auch schon wieder zurueck ins Hostel (diesmal mit dem Bus!).
Den Sonntag haben wir relativ gechillt am Strand verbracht und die Surfer beobachtet (bzw Tona hat die Surfer beobachtet, ich bin eingeschlafen).
Und gestern sind wir dann ganz frueh aufgestanden und in den Australia Zoo gefahren. Ich mag eigentlich keine Zoos und musste mir das auch gut ueberlegen, aber im Reisefuehrer stand, dass der Australia Zoo kein typischer Zoo sei und dass die Tiere dort auch frei herumlaufen wuerden, also dacht ich, dass ich mir das ja mal anschauen kann, denn Tona wollte ja auch sehr gerne dorthin. Jetzt im Nachhinein frage ich mich, was der Unterschied zwischen dem Australia Zoo und einem ganz gewoehnlichen Zoo sein soll. Die einzigen Tiere, die einigermassen frei herumgelaufen sind, waren ein paar Kaengurus und so Reptilienviecher. Der ganze Zoo ist ausgerichtet auf diesen Crocodile Hunter Steve Irwin... dieser Freak, der vor einiger Zeit gestorben ist, weil er von nem Rochen gestochen wurde oder so. Im Zooladen konnte man Crocodile Hunter Shirts und Becher und Schluesseanhaenger und blabla kaufen. Total bescheuert, aber der Typ scheint hier echt ne Ikone zu sein.
Naja, ich will jetzt nicht sagen, dass der Tag im Zoo total enttaeuschend war. Ich konnte immerhin einen Koala streicheln, eine Schlange anfassen und Kaengurus fuettern... Aber ich hatte mir das doch anders vorgestellt und eingesperrte Tiere sind einfach nicht so meins.
Gestern Abend haben wir uns dann wieder mit DOminik getroffen und haben uns auf die Suche nach einer Party begeben... Leider war in Noosa gar nichts los! Bis dann die drei Verrueckten aus der Schweiz aufgetaucht sind! Die haben wir Mitten auf der Strasse getroffen und die waren auch auf der Suche nach einer Bar oder einem Club, der noch geoeffnet hat. Leider war alles geschlossen. Also haben wir uns zusammengesetzt und ueberlegt, was wir jetzt machen koennten. Letzten Endes sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass in Noosa wohl nur noch der MC Donald's geoeffnet hat und so haben wir uns in ein Taxi gesetzt (war zu weit weg, um zu laufen) und sind dorthin gefahren. Total bescheuert, 4 Dollar fuer ein Taxi zu zahlen, nur um sich dann eine Cola fuer 2 Dollar bestellen zu koennen :D Aber wir hatten noch einen sehr netten Abend zusammen.
Naja, und heute ist Dienstag und Tona und ich sitzen noch hier im Dolphins Beach House und warten, dass es 12:45 Uhr wird und wir weiter nach Brisbane fahren koennen.
Und ich merke gerade, dass ich ganz viel vergessen oder ausgelassen habe und hoffe, ihr koennt euch trotzdem einigermassen vorstellen, wie ich meine letzte Woche so verbracht habe...
Ich meld mich wieder!
G'day mates :)

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